Im Gegensatz zu chemischen Arzneimitteln sprechen Experten bei einem pflanzlichen Präparat nicht von „dem“ Wirkstoff. Denn es setzt sich meist aus einem Gemisch von verschiedensten Substanzen zusammen. Diese Stoffgemische greifen deshalb nicht nur an einem Punkt im Körper an, sondern an ganz verschiedenen. So hilft Kamille einerseits gegen Blähungen und Völlegefühl, andererseits lindert sie als Gurgellösung auch Halsschmerzen.
Nebenwirkungen rufen Heilpflanzen nur selten hervor. Auch mit anderen Medikamenten vertragen sie sich meist gut. Trotzdem kommen auch bei "grüner Medizin" Wechselwirkungen vor. Beispiel: Johanniskraut. Das pflanzliche Mittel gegen leichte Depressionen kann die Wirkung von anderen Arzneistoffen herabsetzen, zum Beispiel von der „Pille“. Und obwohl der überwiegende Teil der Heilkräuter in der Tat eher milde Effekte hat, gibt es auch Pflanzen, die stark wirksame Inhaltsstoffe enthalten. Ein Beispiel sind die sogenannten Herzglykoside, die vom Arzt manchmal bei Herzschwäche verordnet werden. Sie stammen aus dem Fingerhut.
Wichtig: Pflanzliche Arzneimittel lindern in erster Linie leichte Beschwerden. Sie ersetzen nicht die Standardtherapie bei Krankheiten, sie können diese allenfalls unterstützen. Lassen Sie sich bei der Auswahl und Anwendung in der Apotheke oder beim Arzt beraten!
Quelle: Apotheken Umschau